Interview

GESPRÄCH MIT JOHANNES ZEITELBERGER („JLZ“)


Was soll ein Entscheidungsträger eines Unternehmens damit anfangen können, wenn er diese WebSite durchliest?


Erste Assoziation sollte sein: „Aha, so etwas brauchen wir eigentlich auch!“ „Bei uns ist genau das das Thema.“ Er muss sich sofort darin wiederfinden.

Dazu ist aber zu sagen, dass es verschiedene Typen von Lesern geben wird:
  • Solche, die grundsätzlich Beratung ablehnen, weil sie der Meinung sind „wir können eh alles selber“. Dann hat LKULT auch keinen Anspruch, hier etwas beizutragen.
  • Jene, die in der Lage sind, in ihrer Management-Funktion eine Arbeitsteilung einzugehen – auch mit einem Berater oder Dienstleister. Diese wollen wir ansprechen.
  • Da gibt es welche, die können aus ihrer Verantwortung heraus sagen: „da hole ich mir Hilfe“, ohne dabei aber die Verantwortung für die Sache abzugeben.
  • Andere würden diese „Arbeitsteilung“ nützen um die Verantwortung von sich weg zu bringen. Diese Leute suchen jemanden, um sich selbst nicht damit beschäftigen zu müssen. Sie wollen sich damit auch das Problem/Thema vom Leibe schaffen. Da werden sie sich jemanden suchen, der ihrer Meinung nach zum Unternehmen passt, der „ehrenhaft“ ist und sich bis zu einem gewissen Grad auch kontrollieren und steuern lässt, der das gewünschte Ergebnis liefert.
Diese Grundmuster findet man eigentlich immer.

Thema Kommunikation: Wie entsteht die Brücke zu LKULT?

Das hängt mit der grundlegenden Denke und Methodik von LKULT zusammen. Hier liegt der eigentliche Hebel mit dem man Differenzierung herstellen kann.
Das Wissen der Welt über „Wie macht man Lachs?“ „Wie poliert man ein Lackmöbel?“ „Wie stellt man Polstermöbel her? Oder einen Fernseher?“ All dieses Wissen ist vorhanden, das ist also nicht das Problem. Bis zur Bauanleitung für eine Atombombe können wir alles vom Internet herunterladen. Aber all diese Vorhaben brauchen in der Regel mehr als einen Menschen. Man braucht immer mehr oder weniger viele andere Kompetenzen und Komponenten dafür. Und aus diesem Grund ist es heute oft nicht mehr so wichtig, worum es sich eigentlich inhaltlich handelt. Der Inhalt ist praktisch Commodity (auch wenn das eine Beleidigung für all jene ist, die sich auf wissenschaftlicher Ebene damit beschäftigen, denn natürlich gibt es hier Weiterentwicklung). Die Behauptung ist die, dass das inhaltliche Wissen, das heute zur Verfügung steht, bei Weitem größer ist, als die Fähigkeit der Menschen, dieses Wissen produktiv zu machen.

Beispiel: Es gibt vollständiges inhaltliches Wissen darüber, wie man von fossilen Brennstoffen oder Energiestoffen wegkommen könnte. Nur es passiert nicht. Das hat aber natürlich nichts mit Technologie zu tun. Das Problem liegt nicht darin, dass es alternative Energiequellen nicht gäbe. Der Weg wird nur nicht beschritten. Warum? Weil es eben keinen Konsens dafür gibt. Und warum gibt es keinen Konsens? Weil diejenigen, die etwas zu verlieren haben, eben befürchten, dass sie es verlieren, und nicht sehen können, wo ihr Gewinn ist. Und diejenigen, die bis jetzt noch nicht gewonnen haben, wollen jetzt eben auch einmal gewinnen, und machen natürlich den Fehler, gegen die anderen in einen Wettbewerb zu treten. Das ist ein sehr schwieriges Problem. Das kann nur durch Kommunikation aufgelöst werden.
LKULT ist es inhaltlich weitestgehend egal (beliebig), worum es geht, wichtig ist immer das Vorankommen an sich. Es geht eben nicht um die Frage „Was ist das?“, sondern „Wie können wir in der Gruppe der handelnden Personen einen Konsens herstellen darüber, dass wir etwas tun, und was genau, und wer welche Rollen übernimmt?“
Und das ist der Grund, warum es LKULT gibt.

Warum eigentlich „Kommunikation“ im Firmennamen statt „Beratung“?

Weil eben die wirkliche Erkenntnis darin liegt, dass (zumindest im Moment) das Voranschreiten abhängig ist von der Menge der erzielbaren Konsense. Das gilt für jedes Unternehmen. Das Problem liegt immer nur in dem fehlenden Konsens. Der Konsens ist die eigentliche Basis/Grundlage, auf der alles andere gemacht werden kann. Denn warum funktionieren technologische Ansätze nicht? Nicht deshalb, weil die Technologie nicht funktioniert, sondern weil sie auf Sand gebaut werden. Der Konsens ist eigentlich das Fundament für alles, was wir bauen. Wenn es den Konsens nicht gibt, werden Projekte auf Sand gebaut und alle wundern sich, wenn sie versinken. Dann glauben alle, es liegt an der Technologie – niemand kommt auf die Idee zu schauen, ob eigentlich das Fundament in Ordnung ist.

Unsere Aussage ist: Jetzt ist es eben so, dass die Wurzel/Basis für alles, was wir tun wollen, der Konsens ist. Egal welche Firma oder Organisation. Es geht vor allem darum, dass die betroffenen Stakeholder einen hinreichend guten Konsens erlangen, damit was auch immer gelingen kann. Das Versprechen von LKULT ist im Grunde, genau das ziemlich pragmatisch herzustellen. Dabei geht es nicht darum, irgendetwas oder irgendjemanden zu „heilen“. Wir sagen einfach: „Wir bauen Fundamente“.

Was würde JLZ wollen, wenn er zu LKULT käme?

Wäre ich Bereichs- oder Abteilungsleiter eines Konzerns oder auch Vorstand, dann würde ich wohl schon so eine Art Berater beschäftigen, vor allem weil ich glaube, dass seine Fähigkeit vermutlich darin liegen könnte, mich im Feld zu unterstützen. Ich als Vorstand habe ja eine gewisse Position, und dementsprechend kann ich nicht gleichzeitig Kollege und Chef sein. Es existieren immer bestimmte Mechanismen oder Strukturen, die nicht vom Inneren des Unternehmens aus bearbeitet werden können. Es geht schon ein bisschen darum, diese gordischen Knoten aufzulösen, vielleicht sogar durch List und Tücke, um voran zu kommen.

Dies geht aber nicht mit jemandem, der selbst aus dem System ist, sondern es braucht eine außen stehende, neutrale Person, die dazu befähigt/berechtigt wird, genau das zu machen. Im Team soll das erreicht werden.
Man kann auch davon ausgehen, dass viele Führungspositionen dieses Bewusstsein haben.

Die Frage ist dann noch oft, wie bringt man den Berater herein? Denn man braucht ja letztlich irgendein plausibles Argument, um ihn ins Boot zu holen. Und das ist unser Geschick. Wir wissen worum es geht, aber es braucht einen effektiven Anker, der auch in der Belegschaft des Kundenunternehmens funktioniert. Aus unserer Sicht meist im Sinne von „tatkräftiger Mithilfe“ ohne dabei irgendjemanden etwas wegzunehmen, zu gefährden oder unabsichtlich zu entmündigen.

Wer braucht überhaupt einen Sinn? Und was genau hat ein Vorstand vom Sinn?
Und, ist LKULT im Grunde nur die Anwendung von ohnehin seit Ewigkeiten bekannten Kommunikationsweisheiten, oder steckt etwas mehr dahinter?

Die eigentliche Neuheit für die Betroffenen liegt darin, dass LKULT sagt, es geht nicht vordergründig darum, etwas zu tun – also etwas zu entscheiden oder etwas hervorzubringen, und das anhand von Kommunikation zu machen. Der Denkfehler ist dabei, dass wir immer noch hierarchisch aufgebaut sind. Es gibt immer irgendjemanden oder eine Gruppe, die sich etwas ausdenkt, und dann geht es darum, die neue Idee zu verbreiten und durch die „richtige“ Kommunikation zu transportieren.

Unser Ansatz ist radikal anders – wir sagen: Man kann zwar diesen Willen/diese Strategie haben, aber man setzt nicht an, indem man sich einen banalen Distributionsmechanismus überlegt, um quasi „die frohe Botschaft“ zu verbreiten, sondern man dreht es um: „Wie kann man durch Dialog/Partizipation dieses Bewusstsein bzw. dieses Anliegen bei den Zielgruppen implementieren?“. Also, wir wollen nicht die Erkenntnis „weitersagen“, sondern die Betroffenen an dem Prozess teilhaben lassen, damit es dann Teil dessen wird, was auch den Betroffenen gehört.

Man geht ja oft davon aus, dass man ein Heer von Lemmingen hat, zu denen man sagt, wohin sie gehen sollen, weil ohnehin keine andere Möglichkeit gegeben ist. Das passt aber nicht mehr in die heutige Situation. Hier laufen viele Dinge zusammen und wir können davon ausgehen, dass der Mensch heute zum Großteil so nicht mehr funktioniert. Und er wird auch immer weniger so funktionieren. Tatsächlich befinden wir uns in einer Veränderungsphase in der Geschichte der Wirtschaft, weil der Einzelne nicht mehr das Versprechen des Arbeitgebers braucht, im Sinne des Kapitals/der Betriebsmittel usw. Sondern viele Menschen tragen schon viele dieser klassischen Versprechen in sich selbst. Die Menschen sind von diesen Versprechen weitgehend unabhängig. Deshalb sind sie auch nicht mehr uneingeschränkt loyal.

D.h. die Kosten-Nutzung-Optimierung, die bis jetzt vor allem für die Unternehmen wichtig war, trifft jetzt auch auf die Menschen zu, da sich der Mitarbeiter heute überlegen kann, ob ihm das Umfeld, die Tätigkeit etc. passt. Genau deshalb ist es heute so wichtig, den Mitarbeiter in die Sache so zu involvieren, dass es auch zu seiner Sache wird. Und hier entsteht oft die große Diskontinuität.

Warum ist das ausgerechnet heute so ein Thema?

Wenn die Anzahl der Menschen, die sich ein Wissen angeeignet haben, einen gewissen Schwellpunkt erreichen (und ihre eigene Existenz damit bestreiten können, oder das zumindest denken), dann ändert sich die Gesellschaft, und genau das ist aber heute in einem hohen Maß so. Und der Grund dafür ist eben das Wissen – vor allem aufgrund der für sehr viele zugänglichen Informationstechnologie. Der Zugang zu Wissen ist praktisch gratis. Man braucht oft weder Ausbildung noch Titel, sondern sagt einfach „ich kann das machen“. Woher das Wissen kommt, ist nicht wichtig. Allein in Österreich gibt es jedes Jahr 20-25.000 Unternehmens-Neugründungen! Das geht deshalb, weil diese Leute soziales Kapital besitzen, ihre Betriebsmittel selbst besitzen, und somit an dieser Wirtschaft teilnehmen können. Dies führt dazu, dass diese Menschen jetzt sagen „was hat das eigentlich mit mir zu tun?“. Man muss also heute immer beachten, dass man Menschen nur mehr für eine Sache gewinnen kann, wenn man es zu ihrer Sache macht. Das gilt für selbstständige Berufe und auch für die hochqualifizierten Angestellten – denn die haben auch die Wahl. Wir sind beispielsweise heute wieder in der Situation, dass es zu wenig Techniker gibt. In OÖ gibt es praktisch Vollbeschäftigung. Deshalb gibt es die Möglichkeit, sich den Arbeitsplatz auszusuchen. Die Leute wollen einen Sinn, eine Vision, für die sie bereit sind, sich einzusetzen und einzubringen.

Sind sich Unternehmen dessen bewusst?

Es gibt zwei Gruppen:
Diejenigen, die es nicht wahrhaben wollen. Die ignorant sind und denken, es sind sowieso alle unfähig, die Leute sind eben Arbeitskräfte, mehr nicht.

Diejenigen, denen es weitreichend bewusst ist, die jedoch keine Handhabe finden. Die jetzt merken, dass viele Erfahrungen der letzten Jahrzehnte plötzlich nicht mehr so gut funktionieren. Und die eigentlich nun auf der Suche sind nach etwas anderem.

Warum spielt Sinn so große Rolle?

Die Besonderheit eines jeden Produkts liegt in der Geschichte, die es zu erzählen im Stande ist (Kommunikation) und nicht im Funktionalen. Es muss auch etwas sein, woran der Markt und die Mitarbeiter glauben können. Sie sollen sagen „ich finde das super, dass ich gerade hier arbeite“.

Die Vorstände suchen oft nach einem Weg, ihren Mitarbeitern zu erklären, wofür sie hier arbeiten und was der Sinn dahinter ist. Es soll ein Sinnangebot/Glaubensangebot geliefert werden. Und genau das geht wieder nur in einem dialogischen Zusammenhang – partizipativ. Trotzdem braucht es natürlich nachwievor Führung und Richtungsweisung.

Es geht schließlich darum einen „Stake“ in der Person zu gewinnen und nicht bloß eine „Message“ abzusetzen.

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